Warum tauchen süchtig macht – Und wo ist überhaupt der Walhai?

Meine Lieben,

seit nun schon drei Wochen bin ich zurück in Deutschland und will euch nun endlich von meiner Tauchsafari auf den Malediven berichten:

Los ging es am Ostersamstag mit dem Zug von Münster zum Flughafen Düsseldorf.

Mein Gepäck:

Gepäck

Von dort ging es über Dubai nach Malé. Nach Dubai brachte uns übrigens mein Lieblingsflugzeug – ein A380 – von Emirates.

A380

Zu meiner Überraschung hat Emirates in allen A380 nun WIFI während des Fluges bereit gestellt und für 1 $ kann man 500 MB versurfen. Das musste ich direkt nutzen 😉 Schon cool so während des Fluges mit Freunden über Facebook zu texten und Bilder zu posten.

Welch herrlicher Ausblick beim Surfen im Netz:

über den Wolken

Dank der Star Wars Collection im großen Entertainment Angebot von Emirates hab ich nun auch das ultimative Mittel gegen meine echt nervige Flugangst bei Turbulenzen gefunden: Einfach Star Wars Flugkampf Szenen schauen, denn das fühlt sich bei Turbulenzen wie in einem 4D-Kino an 🙂 Hammer!

Nach knapp 7 Stunden waren wir dann in Dubai angekommen – der Flieger musste tatsächlich eine gute halbe Stunde über dem Flughafen kreisen, weil dort so ein Andrang war. Aber man steht ja auch nicht alle Tage in der Luft im Stau 😉

Nach kurzem Stopover und dem Einsammeln dem Rest der Truppe – die für ein paar Tage Dubai erkundet hatten – ging es dann auch schon weiter nach Malé. Der Flughafen von Malé befindet sich übrigens auf einer separaten Insel Hulhulé.

Dort landeten wir am Ostersonntag morgen. Hier hieß es tatsächlich auf Treppen aus dem Flieger aussteigen und übers Rollfeld ins Flughafengebäude laufen. Ganz schön schweißtreibend bei den Temperaturen dort. Aber viel besser als Kälte und Regen in Deutschland 😉

Nachdem wir die Passkontrolle hinter uns gebracht hatten – in der Warteschlange war einem kleinen Jungen schlecht geworden, genau das Richtige für meine Emetophobie – ging es zur Gepäckausgabe und schnurstracks aus dem Flughafen raus wo wir schon in Empfang genommen wurden.

Während wir uns mit Sim-Karten eindeckten, landeten das letzte Mitglied unserer 14köpfigen Tauchgruppe – unsere Französin Aude.

Dann ging es auch schon samt Gepäck zum Tauchschiff – Dhoni genannt, welches uns zum Hauptschiff brachte.

Das Dhoni:

Dhoni

Das Hauptschiff:

Hariyana-One

Nachdem wir die Kajüten bezogen und die Tauchsachen ausgepackt hatten, klingelte die Glocke schon zum Mittagessen und das Boot fuhr in Richtung erster Tauchplatz.

Beim ersten Tauchgang bekamen wir direkt einen Eindruck von der wundervollen Unterwasserwelt der Malediven. Ach war das alles herrlich bunt und voller Leben. Direkt bei diesem Tauchgang begegneten uns die ersten Adlerrochen und sogar eine Schildkröte.

Nach dem Tauchgang gab es dann das erste Deko-Bier im badewannenwarmen Wasser an der Ankerleine – ach das Leben kann soo schön sein!

Da der Artikel eindeutig zu lang wird, wenn ich nun jeden Tag im Einzelnen beschreibe, werde ich mich ab hier auf die Highlights beschränken, denn allein davon gab es reichlich 😉

So sah unser typischer Tagesablauf während der Tour aus:

6:30 Uhr Wecken, Kaffee und Kekse
7:00 Uhr erster Tauchgang
anschließend Frühstück
Ausruhen
ca. 11 Uhr zweiter Tauchgang
anschließend Mittagessen
Ausruhen
ca. 15 Uhr dritter Tauchgang (außer an Tagen mit Nachttauchgang)
anschließend Deko-Bier
20 Uhr Abendessen
ca. 22 Uhr schlafen

Da sowohl zum Briefing vor dem Tauchgang als auch zu jedem Essen die Schiffsglocke läutete und man dabei schon mal durcheinander kommen konnte, erfanden wir den Merksatz: Trockene Haare, läuten = tauchen, nasse Haare, läuten = Essen.

Das Wasser war übrigens unfassbar klar:

klares Wasser

Und in nahezu allen Blautönen vorhanden:

Blautöne Wasser

Doch nun zu den angekündigten Highlights:

Da wäre der ersten Nachttauchgang der Tour mit einer Stachelrochen und Makrelen-Show – direkt vor unseren Nasen. Wundervoll!

Am Abend vor meinem Geburtstag hatten wir das Glück, dass uns am Ankerplatz direkt hinterm Boot ein Manta und ein Ammenhai besuchten. Obwohl ich schon geduscht hatte, ließ ich es mir nicht nehmen dann halt in Unterwäsche wieder ins Wasser zu gehen um im Dunkeln mit ihnen zu schnorcheln. Ein unvergessliches Erlebnis.

Dann war er auch schon da: Mein Geburtstag 🙂 Ich hatte die Nacht, wie auch schon die Nächte zuvor auf Deck unter dem unfassbar schönen Sternenhimmel geschlafen und wurde von einem bezaubernden Sonnenaufgang geweckt.

Nach einem Kaffee und ein paar Keksen und einem Geburtstagsständchen ging es dann auch schon zum Early-Morning-Dive. Bei diesem betauchten wir ein wunderschön bewachsenes Wrack und sahen neben den unzähligen Korallen auch Clownfische und Muränen.

Beim anschließenden Frühstück war ich überrascht, was die Küche mal wieder gezaubert hatte: Ein Geburtstagskrokodil.

Geb Krokodil

Das Essen auf der gesamten Tour war übrigens total vorzüglich! Wahnsinn was die in der kleinen Kombüse alles leckeres für uns gekocht haben.

Beim nächsten Tauchgang des Tages sahen wir meine Lieblinge – die Mantas 🙂 Herrlich!

Der dritte Tauchgang des Tages bescherte uns ein sehr schönes Riff mit unzähligen Fischen und Zackenbarschen.

Nachdem obligatorischen Dekobier an der Ankerleine ging es auf eine kleine Insel wo wir ein wenig die Gegend erkundeten und den Sonnenuntergang genossen, bevor das Tageshighlight nicht mehr länger auf sich warten ließ: Barbecue am Strand unter dem Sternenhimmel.

Sunset Geburstag Tafel Geburtstag 2 Tafel Geburstag

Zu meiner Überraschung war hier sogar, obwohl wir noch ein wenig nördlich vom Äquator waren, mein in Neuseeland lieb gewonnenes Kreuz des Südens zu sehen.

Neben dem unfassbar leckeren Buffet, bekam ich noch eine Geburtstagstorte und einen Sand-Walhai, der später in Flammen gesetzt wurde. Ein Traum! Ich war wirklich gerührt. Und eins steht für mich seitdem fest: Wenn ich mal heiraten sollte, dann so 😉

Geb Torte Walhai Geburtstag brennender Walhai

Ein weiteres Highlight der Tour war für mich der Manta-Tauchgang bei Rangali Madivaru im Süd Ari Atoll. Hier blieb der Manta eine gefühlte Ewigkeit bei uns und zog seine Runde. Diese großen Wesen, die so scheinbar schwerelos durchs Wasser „fliegen“ üben eine ungeheure Faszination auf mich aus und machen mich einfach glücklich wenn sie mir unter Wasser begegnen. Diesmal war ich so gerührt, dass ich tatsächlich vor Glück geweint habe.

Ein absoluter Knaller war auch der zweite Nachttauchgang der Tour am Alimatha Circus im Felidhoo Atoll. Hierbei begegnete uns tatsächlich eine Schule von ca. 100 Ammenhaien. Es war wie eine Wand. Unglaublich! Als wir aus dem Wasser kamen konnten einige das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Das war wirklich leider geil! und der beste Beweis dafür warum tauchen süchtig machen kann.

Unvergessen wird mir auch meine Muränenattacke bleiben: Während ich eine Muräne in einem Felsloch filmte, hing mein rechtes Bein wohl über einem anderen Loch welches ebenfalls von einer Muräne bewohnt war. Diese Muräne fühlte sich durch mein Bein wohl bedroht und biss einfach zu. Gut, dass ich unter meinem 3mm Neoprenanzug noch einen Unterzieher anhatte, denn der Anzug hat nun ein Loch.

Muränenbiss

Der Unterzieher und mein Bein blieben glücklicherweise unversehrt. Aber ich hab mich ganz schön erschrocken. Leider hatte Aude nicht so ein Glück, denn ihr biss eine Muräne durch den Handschuh durch in ihre Hand. Zum Glück hat sich die Wunde nicht entzündet, aber es sah schon ganz schön krass aus.

Ich hab während der Safari so einige Muränen gefilmt:

Erstaunlich war auch welche Gefahren uns so über Wasser begegneten von denen wir im ersten Moment nix ahnten. So begab es sich bei einem Dekobier auf einer Sandbank, dass ein Mitglied unserer Tauchgruppe ein interessantes Tier entdeckte. Wie sich später dank Fotos und Bücher herausstellte handelte es sich bei dem Tier um eine doch sehr giftige Kegelschnecke. Gut, dass niemand sie angefasst und gereizt hat, denn so blieb ihr giftiger Stachel bei ihr und wir unverletzt.

Natürlich liess ich es mir nicht nehmen, dort ein BVB-Herz in den Sand zu malen um dem BVB für sein Heimspiel gegen Liverpool Glück zu schicken.

BVB Sandbank
Das Spiel gegen Bremen hatten sie ja, da ich die zweite Halbzeit verschlafen habe, gewonnen. Die erste Halbzeit haben wir übrigens zusammen im Netradio gehört. Doch leider half das Herz nicht so wie erhofft und mein BVB spielte, obwohl ich das Spiel komplett verschlafen habe, nur 1:1 gegen Kloppos Elf aus England.

Ach fast hätte ich vergessen zu erwähnen, dass ich mir den Titel der Arschbomben-Queen erkämpft habe 🙂 Sehr zum Leidwesen der angetretenen Männer. Und was hat das ein Spaß gemacht vom Schiff zu hüpfen. Von ganz oben waren es sogar über 7 m. Von so hoch war ich vorher noch nie gesprungen, war doch der 5m-Turm im Freibad bisher das höchste gewesen.

Ein weiteres Highlight und neben all den Muränen, Haien, Schildkröten, BVB-Fischen aka Süsslippen, Wimpelfischen, Mantas und Korallen war der Sanddünen-Tauchgang.

Meine BVB-Fische:

Fischschwarm

Beim Sanddünen Tauchgang Am Kuba Kandu im Fedlihoo Atoll schwammen wir unter Wasser auf eine Sanddüne zu und da es hinter der Düne etwas tiefer wurde, sah es beim drauf zu schwimmen so aus, als ob man vor eine Wand schwimme. Sowas hatte ich noch nicht erlebt. Doch das coolste kam hinter der Düne: Da der Sand soo weiß war und einige von den Tauchern aus Spass die Flossen ausgezogen hatten und auf dem Sand wie in Zeitlupe herumliefen und Salti machten, schoß es mir sofort durch meinen Kopf: So muss es auf dem Mond sein! Und Zack – hatte den guten alten Frank Sinatra mit Fly me to the Moon im Ohr 😉 Ach war das herrlich!

Nicht so herrlich war leider das plötzlich auftretende Unwetter eines Abends in welchem mein geliebter dünner Reiseschlafsack vom Winde verweht wurde. Aber immerhin war ich nicht die Einzige der Sachen verloren gingen, denn so wurden auch T-Shirts, Handtücher und Kleider vom Wind mit ins Meer gerissen. Ich kann nur inständig hoffen, dass sich kein Tier darin verfängt.

Durchaus interessant waren unsere Besuche auf zwei Einheimischen-Inseln. Die Wege dort sind aus Sand und die Häuser durchaus hübsch.

Einheimischen Insel 1 Strasse Einheimischen Insel buntes haus einheimischen insel 2

Und eine solche Gärtnerei hatte ich vorher auch noch nicht gesehen:

Gärtnerei Einheimischen Insel 2

In der Psychiatrie möchte ich dort jedoch nicht landen, auch wenn sie unter Palmen steht.

Psychiatrie Einheimischen Insel 2

Der Flughund, den wir beim Besuch der zweiten Einheimischen-Insel sichteten, entfachte direkt meine Erinnerung an meine Tauchsafari auf der Moana in Komodo im vergangenen Jahr.

Flughund

Ein weiteres Unterwasser-Highlight war mein letzter Tauchgang am Miyaru Frau im Süd Male Atoll. Dort hatten wir das Glück unzählige Weißspitzenriffhaie und Grauhaie an der Riffkante in der Strömung beobachten zu können.

Unvergesslich wird auch das Schnorcheln mit Delfinen bleiben. Diese Wesen in Freiheit strahlen so viel Glück aus.

Sehr zum schmunzeln brachte mich die in einen wahren Fress-Rausch geratene Schildkröte, der im Weg stehende Korallen mal total egal waren:

Nur einen Walhai bekamen wir während der gesamten Tour leider nicht zu Gesicht. Also abgesehen von meinem Geburtstags-Sandwahlhai und der Malerei auf einer Häuserwand:

Walhai Einheimischen Insel 2

Aber so hab wenigstens noch einen Grund mehr weiter zu reisen und zu tauchen. Irgendwann wird mir schon mal einer begegnen.

Die Inseln und Hotels an denen wir so während der Tour vorbeischipperten waren auch durchaus sehenswert:

Insel 2 Insel 1 Hotel Anlage1 Hotel Zelt Wohnen im Wasser

Auf wenn auf manchen nur Sonnenschirme zu finden waren

Hütchen Insel

Auch die Sonnenuntergänge während unserer Tour waren einfach schön:

Sunset2 Sunset Geburstag Sunset Boote Sunset 3 bunter Sunset

Neben all den schönen Sachen die ich während der 14 Tage so erleben durfte, machten mich jedoch manche Sachen doch nachdenklich:

So werde ich wohl nie verstehen warum ein Taucher aus Langeweile! am Aussenriff auf über 20m anfängt sein Gerät auszuziehen um zu strippen. Abgesehen davon, dass es durchaus nicht ungefährlich ist, wird mir die faszinierende Unterwasserwelt niemals langweilig werden.

Ebenfalls unverständlich und auch total unnötig fand ich die Aktion anderen Tauchern Blei anzuhängen und somit nicht mitzubekommen, dass ein weiteres Mitglied der Tauchgruppe am kämpfen ist, weil es zu wenig Blei dabei hatte. Das der zuständige Guide zu diesen Aktionen nichts gesagt hat, fand ich im Hinblick auf die Sicherheit unter Wasser doch recht erstaunlich.

Unser Schnorchelausflug an ein Riff bei welchem die Spuren der Korallenbleiche noch gut zu erkennen waren, führte dazu, dass ich mein Reiseverhalten mal wieder überdenken musste. Denn zur Zeit ist das größte Riff der Welt – das Great Barrier Reef in Australien – auch von dieser aufgrund der Erderwärmung ausgelösten Bleiche betroffen Und leider trage ja auch ich durch meine Flugreisen weiter zur Erderwärmung bei. Aber nur zu Hause bleiben ist auch keine Lösung – für mich definitiv nicht. Naja immerhin kann ich durch Unterstützung von Organisationen wie Atmosfair mein schlechtes Gewissen etwas beruhigen und Gutes tun.

Es war unfassbar wie schnell die Zeit auf dem Schiff verging, denn schwups war schon der letzte Tauchtag angebrochen. Leider musste ich an diesem Morgen auf den letzten Tauchgang wegen Ohrenschmerzen verzichten. Doch als die Gruppe mit sehr bedröppelten Gesichtern vom Tauchen wiederkam, stellte sich heraus, dass es mein Glück gewesen war, denn sie hatten ein nicht so schönes Ereignis erlebt. Kurz vor Beginn des Tauchgangs hatten sie eine im Fischernetz verhedderte Schildkröte mit nur noch einem Bein entdeckt. Nachdem sie die Schildkröte aus dem Netz befreit hatten, stellte sich jedoch heraus, dass sie schon viel zu geschwächt war und einfach nicht mehr schwimmen wollte. Damit die Schildkröte nicht weiter dahinsiecht, entschieden sich die Taucher sie von ihren Qualen zu erlösen. Als ich die Geschichte hörte, schossen mir direkt Tränen in die Augen. Leider ein weiterer Beweis dafür, dass nicht Haie, sondern der Mensch das gefährlichste Säugetier der Welt ist.

Den Rest des letzten Tages verbrachten wir mit einem Rundgang durch die Hauptstadt Male:

Male 2 Male 1 Male Markt

Nach dem letzten Sonnenuntergang, konnte ich mich leider nicht weiter vor dem, mir immer lästigen, Kofferpacken drücken.

letzter Sunset

Ganz schön krass, an wie vielen Tauchplätzen wir waren und welche lange Route wir in den 14 Tagen geschippert sind:

Tauchplätze Route

Am nächsten Morgen ging es dann direkt nach dem Frühstück ab zum Flughafen wo wir doch ein wenig spät dran waren, denn auf der Tafel blinkte schon bei unserem Flug die Anzeige „Last Call“.

Aufgrund meiner Ohrenschmerzen waren die Flüge alles andere als entspannend und leider konnte ich auch, da wir diesmal von Dubai mit einer Boeing 777 und nicht mit einem A380 flogen das Derby nicht live sehen. Aber Derbyfieber hatte ich trotzdem 😉

Derbyfieber

Am nächsten Tag beim Arzt stellte sich dann raus, dass ich mir leider eine Gehörgangsentzündung eingefangen hatte. Naja kann passieren, wird mich aber auch in Zukunft nicht vom Tauchen abhalten.

Was ich übrigens wirklich vermisse ist das gemächliche Schaukeln des Schiffes. Irgendwie hat das bei mir den Effekt einer Wiege bei einem Baby und macht mich total schläfrig. Wird wohl bald Zeit wieder eine Tauchsafari zu machen 😉

Vielleicht dann mal mit so einer Luxusyacht:

Luxusjacht1 Luxusjacht 2

Sonnige Grüße

Martina

Geb Bier

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